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Wie breit wird die neue Carolabrücke?
Kurze Antwort: 32,50 Meter. Der Stadtrat hat am 3. September 2026 das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten mit dem Entwurf CAROLA 3.0 beauftragt – dem schmalsten der vier Entwürfe, rund 2,80 bis 4,25 Meter schmaler als die Mitbewerber.
CAROLA 3.0 ist der Entwurf für die neue Carolabrücke: Der Dresdner Stadtrat hat sich am 3. September 2026 mit 39 zu 31 Stimmen für das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten entschieden. Zuvor lag der Entwurf in der Bürgerbefragung carolaVOTE mit 38 % auf Platz 1 (25.887 Teilnehmende); Expertengremium und Begleitgremium hatten ihn auf Rang 2 gesehen. Nächster Schritt: Ende September die Beauftragung mit der Planungsstufe 2, Baubeginn Mai 2028. Zur Meldung
Stand: 7. September 2026 · Alle Breitenangaben nach der amtlichen Kennwerte-Übersicht der Landeshauptstadt Dresden
Die vier Entwürfe im Breitenvergleich
| Planungsteam | Breite | Anmerkung |
|---|---|---|
| FHECOR + TSSB architekten CAROLA 3.0 | 32,50 m | ein Überbau · schmalster Entwurf |
| LAP + Knight Architects | 35,30 m | zwei getrennte Überbauten |
| GRASSL + gmp Architekten | 35,81 m | zuzüglich je zwei auskragender Kanzeln à 6 m |
| Schüßler-Plan + DKFS | 36,75 m | drei getrennte Teilbauwerke · breitester Entwurf |
Quelle: Landeshauptstadt Dresden, Kennwerte-Übersicht zu den vier Entwürfen, verlinkt von der amtlichen Projektseite.
Woraus sich die 32,50 Meter zusammensetzen
Die Maßkette der vierspurigen Variante mit Straßenbahn in Seitenlage, von außen nach innen – bemaßt nach Präsentationsplan:
| Kappe außen | 2 × 0,15 m |
| Gehweg | 2 × 3,00 m |
| Radweg | 2 × 2,10 m |
| Sicherheitstrennstreifen | 2 × 0,75 m |
| Straßenbahn | 2 × 3,50 m |
| Kfz-Fahrspuren | 4 × 3,25 m |
| Trennung | 0,50 m |
| Gesamt | 32,50 m |
Radwege: 2,50 m ohne Mehrbreite. In der vierspurigen Variante sind die Radwege 2,10 m breit – so steht es in der Maßkette oben. Gemeinsam mit dem ADFC Dresden wurde geprüft, dass 2,50 m bei gleicher Brückenbreite möglich sind: Der oberstromige Gehweg geht dafür von 3,00 m auf 2,00 m zurück. Das gilt unabhängig davon, ob vier oder zwei Fahrspuren beschlossen werden – die Brücke wächst in keinem Fall. Mehr zum Radverkehr →
Quelle: Präsentationspläne CAROLABRÜCKE 3.0, Blatt „Querschnitte", veröffentlicht von der Landeshauptstadt Dresden.
Bleibt es bei 32,50 m, wenn Fahrspuren wegfallen?
Die Brückenbreite ist der meistdiskutierte Kostenfaktor. Bei CAROLA 3.0 ist der Fall bereits durchgezeichnet – die Gesamtbreite bleibt in jeder Variante gleich, was sich ändert, ist die Aufteilung der Fläche.
Bei CAROLA 3.0 ist dieser Fall bereits durchgezeichnet: Vier Querschnittsvarianten – Straßenbahn in Seiten- oder Mittellage, jeweils vier- oder zweispurig – ergeben alle exakt 32,50 m. Die Breite bleibt gleich; was sich ändert, ist die Aufteilung.
Vierspurig
Gehweg 3,00 m · Radweg 2,10 m · vier Kfz-Spuren à 3,25 m
Zweispurig
Gehweg 5,85 m · Radweg 2,50 m · zwei Kfz-Spuren à 3,50 m — bei identischer Gesamtbreite
Die vier Fahrspuren sind keine Entwurfsentscheidung, sondern eine Vorgabe: Der Stadtrat hat sie am 19. Juni 2025 mit der Grundsatzvorlage V0339/25 beschlossen. Die Verwaltung hielt in derselben Vorlage fest, dass verkehrlich zwei bis drei Fahrstreifen ausreichen würden.
Warum die Breite überhaupt so umstritten ist
Der Kfz-Verkehr über die Carolabrücke ist zwischen 2009 und 2022 von 46.800 auf 31.300 Fahrzeuge pro Tag zurückgegangen – ein Minus von rund einem Drittel. Prognostiziert werden künftig 22.000 bis 30.500 Fahrzeuge. Gleichzeitig stieg der Radverkehr auf rund 4.150 Räder pro Tag, und über die Brücke liefen 25 Prozent des gesamten Dresdner Nahverkehrs über die Elbe.
Daraus speist sich die Debatte: Wie viel Fahrbahn braucht eine Brücke, die nach dem Stand der Stadt von August 2025 im Jahr 2031 fertig werden soll – und was kostet jeder zusätzliche Meter über Jahrzehnte an Unterhalt? Baubürgermeister Stephan Kühn hat eine überdimensionierte Verbreiterung bereits im Mai 2025 ausdrücklich ausgeschlossen; im Stadtrat brachten vor der Entscheidung mehrere Fraktionen eine Spurreduzierung ins Gespräch (Stand der Fraktionen, August 2026).
Für CAROLA 3.0 war diese Debatte im Verfahren ein Argument: Der Entwurf ist der schmalste der vier, und er liegt für den Fall einer Spurreduzierung bereits durchgezeichnet vor.
War die alte Brücke schmaler?
Die drei Züge von 1971 ergaben zusammen rund 32 Meter – etwa einen halben Meter weniger als der Neubau.