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Zu breit? Zu hoch? Sachlich beantwortet.
Zum Entwurf der neuen Carolabrücke kursieren einige Einwände. Hier die häufigsten Fragen zu CAROLA 3.0 von FHECOR und TSSB architekten – mit den Fakten.
CAROLA 3.0 ist der Entwurf für die neue Carolabrücke: Der Dresdner Stadtrat hat sich am 3. September 2026 mit 39 zu 31 Stimmen für das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten entschieden. Zuvor lag der Entwurf in der Bürgerbefragung carolaVOTE mit 38 % auf Platz 1 (25.887 Teilnehmende); Expertengremium und Begleitgremium hatten ihn auf Rang 2 gesehen. Nächster Schritt: Ende September die Beauftragung mit der Planungsstufe 2, Baubeginn Mai 2028. Zur Meldung
Ist die neue Carolabrücke zu breit?
Nein – im Gegenteil. Mit 32,50 m ist CAROLA 3.0 die mit Abstand schlankste der vier Varianten. Alle Sicherheitsräume und Regelwerke sind eingehalten; die schmale Breite lässt Stadtbild und Elbraum so frei wie möglich.
Liegt die Brücke zu hoch?
Der erste Entwurfsstand lag im Scheitelpunkt rund 2,50 m über der alten Carolabrücke – das wurde kritisiert. Wir haben daraufhin nachgerechnet und die Höhe um einen Meter reduziert. Nach unserem Planungsstand vom Sommer 2026 liegt der Entwurf damit rund 1,50 m höher als das Bauwerk von 1971, bei gleichbleibendem Lichtraumprofil für die Schifffahrt.
Der MDR nannte auf MDR.de am 4. September 2026 dagegen 2,50 m über der alten Brücke, begründet mit dem Pfeiler in der Elbe. Eine amtliche Zahl nach dem Beschluss liegt noch nicht vor. Zum MDR-Beitrag →
Wichtig zur Einordnung: Die amtliche Entwurfsgegenüberstellung der Stadt vom 16. Juni 2026 bildet noch den ersten Stand mit rund 2,50 m ab. Die Optimierung erfolgte im Nachgang.
Wie viele zusätzliche Pfeiler hat der Entwurf?
Eine zusätzliche Pfeilerachse – und die hat einen Grund: Wir haben die Pfeilerachse im Vorland auf der Neustädter Seite nicht von der Carolabrücke 2.0 übernommen, sondern von der historischen Carolabrücke 1.0. Daraus ergibt sich eine Achse mehr als beim Bauwerk von 1971. In der Elbe selbst steht – wie bei allen vier Entwürfen – nur ein einziger Pfeiler; das ist die Vorgabe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes.
Wie breit ist der Radweg – und muss man Gleise queren?
In der vierspurigen Variante sind die Radwege 2,10 m breit. Im Nachgang haben wir mit dem ADFC Dresden weiter gesprochen und geprüft, ob 2,50 m möglich sind: Sie sind es – bei gleicher Brückenbreite, indem der oberstromige Gehweg von 3,00 m auf 2,00 m schmaler wird. Eine Radwegbreite von 2,50 m ist bei unserer Brücke also machbar, ohne dass das Bauwerk wächst.
Zur Gleisquerung gibt es zwei Betrachtungen. Für die Nord-Süd-Verbindung von der Neustadt in die Altstadt musste der Radweg durch die Seitenlage der Straßenbahn am Carolaplatz und am Rathenauplatz je einmal die Gleise queren – das hat das Expertengremium zu Recht angemerkt. Für die Auf- und Abfahrten von den Elbufern auf die Brücke war dagegen von Anfang an keine Querung nötig.
Weil dieser Punkt so stark kritisiert wurde, haben wir gemeinsam mit dem ADFC eine abgestimmte Lösung erarbeitet: Ergänzend bieten wir den Radweg zwischen Straßenbahn und Fahrbahn als Schnellradweg an und geben den Gehweg an der Außenkante für Radfahrende frei. Damit ist in beiden Fällen keine Gleisquerung mehr erforderlich – weder im Geradeausverkehr Neustadt–Altstadt noch bei den Zu- und Abfahrten zu den Elbwiesen.
Ist schon entschieden, welche Brücke gebaut wird?
Ja. Der Dresdner Stadtrat hat am 3. September 2026 mit 39 zu 31 Stimmen, ohne Enthaltungen, das Planungsteam FHECOR und TSSB architekten mit dem Entwurf CAROLA 3.0 beauftragt. Zuvor lief die Bürgerbefragung carolaVOTE vom 13. Juni bis 19. Juli 2026; 25.887 Menschen haben teilgenommen, das Ergebnis wurde am 7. August 2026 veröffentlicht: CAROLA 3.0 erreichte dort mit 38 % Platz 1. Das Begleitgremium mit seinen 26 Mitgliedern hatte am 18. August 2026 mit 14 zu 12 Stimmen das Planungsteam LAP empfohlen; CAROLA 3.0 stand dort auf Rang 2. Der Stadtrat war an die Bürgerbefragung nicht gebunden und hat frei entschieden. Nächster Schritt: Ende September 2026 die Beauftragung mit der Planungsstufe 2, Baubeginn geplant für Mai 2028. Zur Meldung →
Wer steht hinter CAROLA 3.0?
FHECOR (Ingenieur- und Tragwerksplanung), TSSB architekten (Architektur) und UKL (Stadt- und Freiraumplanung). Ihr Entwurf ist der vom Stadtrat ausgewählte Entwurf für die neue Carolabrücke in Dresden. Mehr zum Planungsteam →
Kurz zusammengefasst
- 32,50 m – die schmalste der vier Varianten (amtliche Kennwerte der Stadt)
- Höhe um 1 m reduziert gegenüber dem ersten Entwurfsstand – nach Teamangabe (Sommer 2026) rund 1,50 m über dem Bauwerk von 1971, Lichtraumprofil unverändert; MDR.de nannte am 4. September 2026 2,50 m über der alten Brücke, eine amtliche Zahl nach dem Beschluss liegt noch nicht vor
- Eine zusätzliche Pfeilerachse gegenüber 1971 – ihre Lage stammt von der historischen Carolabrücke 1.0; in der Elbe steht bei allen vier Entwürfen nur ein einziger Pfeiler
- 2,50 m Radweg möglich bei gleicher Brückenbreite – mit dem ADFC geprüft
- Keine Gleisquerung mehr nötig – mit der gemeinsam mit dem ADFC erarbeiteten Ergänzung; weder Neustadt–Altstadt noch zu den Elbwiesen
Wie wurde entschieden?
Expertengremium, Bürgerbefragung, Begleitgremium, Stadtrat – wer wann worüber befunden hat.